0

Lebens-Mittel

eBook - Eine Verteidigung gegen die industrielle Nahrung und den Diätenwahn

Auch erhältlich als:
6,99 €
(inkl. MwSt.)

Nicht lieferbar

E-Book Download
Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783641034887
Sprache: Deutsch
Umfang: 272 S., 0.39 MB
Auflage: 1. Auflage 2010
E-Book
Format: EPUB
DRM: Digitales Wasserzeichen

Beschreibung

Ein Plädoyer gegen synthetische Nahrung und das Geschäft mit Ergänzungsstoffen.

Je mehr wir uns über Ernährung Sorgen machen, desto weniger gesund werden wir, schreibt Michael Pollan. Er reduziert seine Ernährungstipps auf den Satz: Esst Nahrung, nicht zu viel und überwiegend Pflanzen und plädiert im Übrigen dafür, das Essen dem gesunden Menschenverstand zu überlassen. Ein vergnüglicher Antiratgeber, der auf erfrischende Weise gegen den Strich gebürstet ist. Er macht Schluss mit dem Diätenwahn und gibt uns endlich die Lust am Essen zurück.

Autorenportrait

Michael Pollan ist Journalist und Knight Professor für Journalismus in Berkeley. Er ist ständiger Kolumnist im "New York Times Magazine" und hat bereits vier Bücher veröffentlicht, darunter die New-York-Times-Bestseller "The Botany of Desire" und "The Omnivore's Dilemma".

Leseprobe

Einleitung
Das Manifest eines Essers
Essen Sie Lebensmittel, nicht zu viel und vorwiegend Pflanzen.
Das ist mehr oder weniger die kurze Antwort auf die angeblich unglaublich komplizierte und verwirrende Frage, was wir Menschen essen sollten, um optimal gesund zu sein.
Ich hasse es, gleich zu Beginn eines kompletten Buches über dieses Thema die Katze aus dem Sack zu lassen, und bin versucht, die Materie zu komplizieren, um noch ein paar hundert Seiten weitermachen zu können. Ich will versuchen, Sie nicht zu sehr zu strapazieren, aber meine Empfehlungen brauchen tatsächlich ein paar Details, damit sie anschaulicher werden. Zum Beispiel wird es Sie nicht umbringen, wenn Sie ein bisschen Fleisch essen, auch wenn es eher die Beilage als das Hauptgericht sein sollte. Und es wird Ihnen besser gehen, wenn Sie frische, intakte Lebensmittel essen statt weiterverarbeiteter Nahrungsmittelprodukte. Das meine ich mit der Empfehlung »Essen Sie Lebensmittel«, was nicht so einfach ist, wie es klingt. Denn obwohl Lebensmittel früher das Einzige waren, was Sie überhaupt essen konnten, finden Sie heute im Supermarkt Tausende von Substanzen, die zwar essbar, Lebensmitteln aber nur entfernt ähnlich sind. Diese neuartigen Produkte der Lebensmittelwissenschaft werden uns oft in Verpackungen angeboten, die vor Gesundheitsbehauptungen strotzen, was mich zu einem anderen, nicht sofort einleuchtenden Rat veranlasst: Wenn Ihnen Ihre Gesundheit am Herzen liegt, sollten Sie von Produkten, die Gesundheit versprechen, am besten die Finger lassen. Warum? Weil eine solche Behauptung auf einem Lebensmittelerzeugnis ziemlich stark vermuten lässt, dass es eigentlich kein Lebensmittel ist, und das wollen Sie schließlich essen.
Sie sehen, wie schnell die Dinge kompliziert werden können.
Ich machte mich auf die Suche nach ein paar einfachen Ernährungsregeln, nachdem ich 2006 The Omnivore's Dilemma (»Das Dilemma des Allesfressers«) veröffentlicht hatte. Fragen der persönlichen Gesundheit hatten in diesem Buch, das sich mehr mit den ökologischen und ethischen Dimensionen unserer Ernährungsentscheidungen beschäftigt, nicht im Mittelpunkt gestanden. (Allerdings habe ich festgestellt, dass die besten ethischen und ökologischen Entscheidungen meist, wenn auch nicht immer, auch für unsere Gesundheit die besten sind - eine wirklich gute Nachricht, oder?) Aber nachdem meine Leser mich ein paar hundert Seiten lang auf den Spuren der uns ernährenden Nahrungsketten begleitet hatten, wollten viele von ihnen wissen: »Gut und schön, und was soll ich jetzt essen? Und was essen Sie, nachdem Sie auf den Weiden, in den Lebensmittelfabriken, in den Bio-Großbetrieben und bei den lokalen Getreideanbauern und Viehzüchtern waren?«
Berechtigte Fragen, obwohl es mir geradezu symptomatisch für unsere gegenwärtige Verunsicherung in puncto Essen zu sein scheint, dass jemand bei einer derart grundsätzlichen, die alltägliche Lebensführung betreffenden Frage meint, einen Journalisten, einen Ernährungswissenschaftler, einen Arzt oder die Lebensmittelpyramide der Regierung befragen zu müssen. Braucht etwa irgendein anderes Tier professionelle Hilfe bei der Entscheidung, was es essen soll? Es stimmt, für Allesfresser - Geschöpfe, die fast alles essen können, was die Natur zu bieten hat, und die tatsächlich sehr viele verschiedene Dinge essen müssen, wenn sie gesund bleiben wollen - ist die Frage »Was soll ich essen?« ein bisschen komplizierter als zum Beispiel für Kühe. Früher allerdings haben die Menschen diese Frage ganz überwiegend ohne den Rat von Experten beantwortet. Stattdessen hat die Kultur uns geleitet, die - zumindest, wenn es um das Essen geht - nur ein hochtrabendes Wort für Ihre Mama ist. Was man essen soll, wie viel, in welcher Reihenfolge, mit was, wann und mit wem, war über weite Strecken der menschlichen Geschichte ein Fragenkomplex, der seit langem geregelt war und ohne viel Widerspruch und Getue von den Eltern an die Kinder weitergegeben wurde.
Aber i zubereitet wurde. Ich habe als Kind nichts von alledem gegessen, außer wenn ich meine Großeltern besuchte. Die Menüs meiner Mutter, einer exzellenten und experimentierfreudigen Köchin, waren geprägt von den kosmopolitischen Ernährungstrends im New York der 1960er Jahre (zu ihren Einflüssen gehörten: die Weltausstellung von 1964, Julia Child und Craig Claiborne, Restaurantmenüs in Manhattan und natürlich der lauter werdende Trommelschlag des Lebensmittelmarketings); sie servierte uns Menüs, die im Wochenrhythmus eine kulinarische Reise um die Welt absolvierten: montags B"uf bourguignon oder B"uf Stroganoff; dienstags Coq au vin oder (mit einer Kellogs-Cornflakes-Kruste überbackenes) Backofenhähnchen; mittwochs Hackbraten oder chinesisches Pfeffersteak (ja, es gab viel Rindfleisch); donnerstags Spaghetti mit Tomatensoße und Schweinemettwürstchen; und am Wochenende, wenn sie frei hatte, ein Fertiggericht oder ein Essen zum Mitnehmen vom Chinesen. Statt mit Hühner- oder Gänsefett kochte sie mit industriell hergestelltem Backfett oder Öl und verwendete eher Margarine als Butter, denn sie hatte das Ernährungsdogma der damaligen Zeit verinnerlicht, dem zufolge diese moderneren Fette für unsere Gesundheit besser wären. (Ups.)
Heute essen weder ich noch meine Mutter diese Dinge (ja, auch sie hat sich weiterentwickelt). Ihre Eltern würden die Lebensmittel, die wir auf den Tisch bringen, nicht erkennen, außer vielleicht die Butter, die wieder da ist. Derzeit ändert sich die amerikanische Esskultur öfter als einmal in einer Generation, was historisch beispiellos ist und uns ziemlich durcheinanderbringen kann.
Welche Kräfte treiben diese unaufhaltsame Veränderung der amerikanischen Ernährung an? Zum einen eine zweiunddreißig Milliarden Dollar schwere Lebensmittelmarketing-Maschine, die von den Veränderungen profitiert. Zum anderen das sich ständig verschiebende Feld der Ernährungswissenschaft, die je nachdem, wie wir es sehen, die Grenzen unseres Wissens über Ernährung und Gesundheit kontinuierlich nach außen schiebt oder andauernd ihre Meinung ändert, weil sie eine mängelbehaftete Wissenschaft ist, die sehr viel weniger weiß, als sie zugibt. Die Esskultur meiner Großeltern wurde zum Teil deshalb vom Tisch der Amerikaner vertrieben, weil die offizielle wissenschaftliche Meinung zu Beginn der 1960er Jahre entschied, tierisches Fett sei eine tödliche Substanz. Und auch die Lebensmittelhersteller spielten eine Rolle, die an den Kochkünsten meiner Großmutter nicht viel verdienten, weil sie so viel selbst machte - sogar ihr Kochfett ließ sie selbst aus. Die Hersteller posaunten die »neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse« laut aus und brachten es fertig, die nächste Generation, das heißt meine Mutter, auf die Vorteile von gehärteten Pflanzenfetten einzuschwören - über die wir jetzt erfahren, dass sie, nun ja, tödliche Substanzen sein könnten.
Früher oder später scheint alles vermeintlich Verlässliche, das uns über die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit beigebracht worden ist, vom Wind der allerneuesten Studie hinweggefegt zu werden. Sehen Sie sich die jüngsten Ergebnisse an. 2006 kam die Nachricht, dass eine fettarme Ernährung, der lange eine Krebsschutzfunktion zugeschrieben wurde, diese vielleicht gar nicht besitzt - so die gewichtige, mit US-Bundesmitteln geförderte Women's Health Initiative; diese Studie stellte genauso wenig einen Zusammenhang zwischen fettarmer Ernährung und dem Risiko für koronare Herzkrankheiten fest. Tatsächlich scheint, wie wir sehen werden, die gesamte orthodoxe Nahrungsfettlehre zusammenzubrechen. 2005 erfuhren wir, dass Ballaststoffe möglicherweise gar nicht dazu beitragen, Dick- und Mastdarmkrebs sowie Herzkrankheiten zu verhindern - was uns jahrelang mit Überzeugung eingeimpft worden war. Und dann kamen im Herbst 2006 zwei gleichzeitig veröffentlichte renommierte Studien über Omega- 3-Fette zu gänzlich gegensätzlichen Schlussfolgerungen. Während das Medizinische Institut der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften kaum überzeugendes Leseprobe

Informationen zu E-Books

Alle hier erworbenen E-Books können Sie in Ihrem Kundenkonto in die kostenlose PocketBook Cloud laden. Dadurch haben Sie den Vorteil, dass Sie von Ihrem PocketBook E-Reader, Ihrem Smartphone, Tablet und PC jederzeit auf Ihre gekauften und bereits vorhandenen E-Books Zugriff haben.

Um die PocketBook Cloud zu aktivieren, loggen Sie sich bitte in Ihrem Kundenkonto ein und gehen dort in den Bereich „E-Books“. Setzen Sie hier einen Haken bei „Neue E-Book-Käufe automatisch zu meiner Cloud hinzufügen.“. Dadurch wird ein PocketBook Cloud Konto für Sie angelegt. Die Zugangsdaten sind dabei dieselben wie die Ihres Kundenkontos in diesem Webshop.

Weitere Informationen zur PocketBook Cloud finden Sie unter www.meinpocketbook.de.

Allgemeine E-Book-Informationen

E-Books in diesem Webshop können in den Dateiformaten EPUB und PDF vorliegen und können ggf. mit einem Kopierschutz versehen sein. Sie finden die entsprechenden Informationen in der Detailansicht des jeweiligen Titels.

E-Books ohne Kopierschutz oder mit einem digitalen Wasserzeichen können Sie problemlos auf Ihr Gerät übertragen. Sie müssen lediglich die Kompatibilität mit Ihrem Gerät prüfen.

Um E-Books, die mit Adobe DRM geschützt sind, auf Ihr Lesegerät zu übertragen, benötigen Sie zusätzlich eine Adobe ID und die kostenlose Software Adobe® Digital Editions, wo Sie Ihre Adobe ID hinterlegen müssen. Beim Herunterladen eines mit Adobe DRM geschützten E-Books erhalten Sie zunächst eine .acsm-Datei, die Sie in Adobe® Digital Editions öffnen müssen. Durch diesen Prozess wird das E-Book mit Ihrer Adobe-ID verknüpft und in Adobe® Digital Editions geöffnet.