Newsletter 07/ 2016

Neuerscheinungen aus dem Ausland sind nur so gut wie ihre Übersetzungen

Damit kommt natürlich auch zum Ausdruck, dass die Qualität des Übersetzers, die Qualität des übersetzten Werkes ausmacht. Nicht anders ist die Karikatur oben zu verstehen. Einer der diese Qualitäten aufs beste besitzt, ist Tobias Scheffel.
Übersetzen von Weltliteratur ist etwas ganz anderes, als lediglich das Wort in der Ausgangssprache durch ein Wort der Zielsprache zu ersetzen. Fremde Kulturen lassen sich nicht einfach deckungsgleich in die eigene übertragen. abendländischen Kultur eine Übersetzungsleistung steht.
"Es trifft bei uns schon einen Nerv, wenn so getan wird, als würde ein fremdsprachiger Autor sich selbstverständlich auch ganz trefflich auf Deutsch ausdrücken können. Dass dafür eine Übersetzerin verantwortlich ist, sollte sichtbar sein."
"Solange nicht grundsätzliche Übereinstimmung darin besteht, dass jedes übersetzte Buch zwei Autoren hat, werden wir notgedrungen darauf pochen müssen, zur Kenntnis genommen zu werden. Wahrgenommen zu werden ist die Grundvoraussetzung dafür, Bedingungen schaffen zu können, die ein professionelles Übersetzerdasein überhaupt erst ermöglichen. Es handelt sich schließlich um eine anspruchsvolle und auch vertrauensvolle Tätigkeit. Der Leser vertraut dem Übersetzer, dass er nach bestem Wissen und Gewissen überträgt und darauf, dass wo Dostojewski oder Isabelle Allende drauf steht auch im Deutschen Dostojewski oder Isabelle Allende drinsteht.".
"Veränderungen haben aber noch nicht den ökono-mischen Alltag des Literaturübersetzens erreicht. In der Zusammenarbeit mit den großen Verlagen liegt in Bezug auf Verträge, Honorare und Beteiligung noch Einiges im Argen. Leser sind grundsätzlich Verbündete, die nicht wollen, dass Kultur an der eigenen (Sprach-)Grenze endet." 
So beschreibt Tobias Scheffel die Tätigkeit des Übersetzers  und Übersetzens in Deutschland.

 

Das www. (World Wide Web) ist 25 Jahre alt

Am 6. August 2016 wurde das World Wide Web 25 Jahre alt. Am 6. August 1991 wurde in der Schweiz die erste Website der Welt öffentlich gemacht. Tim Berners-Lee gilt als Erfinder des World Wide Web (WWW) und damit als Wegbereiter des Internet als Massenphänomen.
Im Wesentlichen basiert Berners-Lees Entwicklung auf drei Kernpunkten:

  • Zum einen entwickelte er die Hypertext Markup Language (HTML), die beschreibt, wie Seiten mit Hypertextverknüpfungen ("Links") auf unterschiedlichsten Rechnerplattformen formatiert werden.
  • Mit dem Hypertext Transfer Protocol (HTTP) definierte er den tech-nischen Kanal, den Computer benützen würden, um über das Internet zu kommunizieren.
  • Der Universal Resource Identifier (URI), heute ist die Unterform Uniform Resource Locator (URL) geläufiger, bezeichnet die Webadresse, mit der Inhalte im Netz gefunden werden.

Was daraus geworden ist belegt die ARD/ZDF Onlinestudie aus dem Jahr 2015 durch die GfK (Gesellschaft für Konsum-forschung.

  • 99 % der Menschen in Deutsch-land zwischen 10 bis 24 Jahren und ein Drittel der über 65 Jährigen sind mindestens einmal wöchentlich online,
  • 832 % legte die Zahl der User zwischen 2000 und 2015 zu,
  • 59.795.000 private Internetnutzer gibt es in Deutschland, das sind 85 % aller Personen über zehn Jahren, 
  • 55 % aller User in Deutschland über 14 Jahren greifen unterwegs auf Netzinhalte zu.

 

Der Bessunger Buchladen ist mit dabei.

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, verleiht zum zweiten Mal den Deutschen Buchhandlungspreis. Für diese Auszeichnung können sich unab-hängige und inhabergeführte Buchhand-lungen bewerben. Die Jury hat aus rund 500 Bewerbungen 118 Buchhandlungen für den Preis nominiert.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters betonte: „Es sind die Buchhandlungen, die Literatur als geistige und auch als sinnliche Freude erlebbar machen – sei es beim Stöbern und Schmökern in den Bücherregalen, sei es beim Zuhören in Lesungen, sei es bei persönlichen Begegnungen mit Autoren und Dichtern. Mit dem Buchhandlungspreis würdigt die Bundesregierung besonders die kleinen, inhabergeführten Buchhandlungen vor Ort – gerade in Zeiten, in denen viele Buchhändler um ihr Überleben kämpfen müssen. Die Buchhandlungen sind Garanten unserer verlegerischen und literarischen Vielfalt. Sie tragen mit großem Einsatz und Engagement zu kultureller Attraktivität und Lebensqualität ihrer Region bei. Deshalb ist es mir ein wichtiges Anliegen, die klassischen Buchhandlungen zu unterstützen.“

Wir freuen uns  sehr, dass wir zu diesen 118 ausgezeichneten Buchhandlungen gehören. In unsere Freude beziehen wir gerne die Kolleginnen und Kollegen vom Georg Büchner Buchladen mit ein und freuen uns mit Ihnen, gemeinsam zu den ausgezeichneten Buchhandlungen zu gehören.

Zum Ganzen: https://www.deutscher-buchhandlungspreis.de/pressemitteilung-vom-8-augus... und http://www.bessunger-buchladen.de/aktuelles

 

Literaturpreise und deren Bedeutung

Darmstadt ist eine Stadt der Literatur. Das literarische Darmstadt begründet sich durch die in Darmstadt angesiedelten internationalen Literaturinstitute und ihre Bedeutung am kulturellen Geschehen in Deutschland und darüber hinaus.
Mit ihnen verbunden sind bedeutsame Wettbewerbe und Literaturpreise wie der von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung vergebene Georg-Büchner-Preis. Die Stadt Darmstadt veranstaltet mit dem Literarischen März einen Wettbewerb für Autoren bis 35 Jahre im Bereich der Lyrik und erinnert mit dem Ricarda-Huch-Preis an eine berühmte Schriftstellerin, https://www.darmstadt.de/darmstadt-erleben/kultur/literatur/ 

Was bringen Preise für Autoren und Verlage? - Auszüge aus einem Interview vom 28.12.2013 im Hamburger Abendblatt mit Hamburgs ehemaligem Literaturreferenten Wolfgang Schömel über Sinn und Unsinn literarischer Auszeichnungen. Er gibt einen Ausblick auf die Zukunft der Branche. 
Pro Tag werden in Deutschland etwa drei Literaturpreise vergeben. Entwertet diese Fülle nicht jeden einzelnen von ihnen? Selbst Thomas Bernhard glaube ich bis heute nicht, dass ihm die Preise derart am Gesäß vorbeigingen, wie er das in seinen wunderschön bösen Erlebnisberichten behauptet. Wenige Verfasser von Sprachkunstwerken können vom Verkauf ihrer Texte leben, der im Übrigen nur durch wenige Literaturpreise merklich angekurbelt wird. Es geht vor allem um die Preissummen.
Wie sehen Sie die Arbeit der jeweiligen Jurys? Sie greifen vor allem nach dem, was gerade hochgespielt wird, sozusagen nach den gängigen Verkaufspaketen, die Verlage und Literaturkritik geschnürt haben. Und dann werden gewisse, sagen wir Marken-autoren – besser noch junge Markenautorinnen, im Preiskarussell umhergereicht. Jurys und Kritik sind selten in der Lage, auch nur annähernd entdeckerisch zu arbeiten. Sie greifen sich das Bewährte, am besten noch mit einem politischen Engagement Ausgestattetes, besprechen es in den Feuilletons und bepreisen es.
Welche Bedeutung haben die Preise für Verlage? Und welche für die Autoren neben der finanziellen? Für die Verlage haben die großen Marketingpreise, also Deutscher Buchpreis, Preis der Leipziger Buchmesse, eine Riesenbedeutung. Sie sind immer noch Bestsellergarantien. Dahinter geht es rasch abwärts. Selbst Klagenfurt und Büchnerpreis verkaufen viel weniger Bücher als früher, der ehemals zweitwichtigste Preis, der Bremer Literaturpreis, hat sich mit seiner Ideenlosigkeit längst selbst annulliert. Für Verlage werden Literaturpreise zunehmend uninteressant. Für die Autoren gibt es immer noch 20, 30 Literaturpreise in Deutschland, die, neben dem Geld, auch immateriellen Ruhm einbringen, die sie – sozusagen – als Schriftsteller regelrecht etablieren. Deswegen besteht eine große Abhängigkeit der Schriftsteller von renommierten Literaturpreisen. Wer nie einen kriegt, der darf sich unter den Etablierten kaum blicken lassen. Das Problem: Wer keinen gekriegt hat, der kriegt auch in Zukunft keinen. Wer zehn Stück hat, kriegt auch noch den elften.
Besteht die Gefahr, dass das Preis-System die Qualität der literarischen Schöpfungen verwässert? Nein, diese Qualität wird nicht vom Preis-System verwässert, sondern von den Lesern bzw. Nicht-Lesern – und vor allem durch die Macht des virtuellen Prominentendorfes, in dem wir leben. Die großen Verlage passen sich an, sie müssen leben, sie veröffentlichen mangelhafte und schlechte Texte, sparen dieLektorate ein – weil es sowieso keinen Einfluss auf die Verkaufszahlen hat, wie eine Moderatorin oder sonst ein Bildermediengeschöpf die Sätze formuliert.

In diesem Sinne
Think global and buy local, Global denken und lokal kaufen 

Ihre Mannschaft vom Bessunger Buchladen